Mundatmung: Wieso das kritisch sein kann
15. Juni 2026Die Atmung durch den Mund mag auf den ersten Blick harmlos wirken. Tatsächlich kann sie jedoch das Wachstum und langfristig sogar die Gesundheit in jedem Alter erheblich beeinflussen - in diesem Beitrag erklären wir, warum und für wen das relevant ist.
Vom Säugling bis zum Erwachsenen spielt die richtige Atemweise eine entscheidende Rolle für

Kieferentwicklung, Zahnstellung, Gesichtswachstum und die allgemeine Gesundheit. Kommt es durch eine permanente Mundatmung zu einem inkompetenten Lippenschluss, liegt die Zunge nicht am Gaumen, sondern unten im Mundraum. Dadurch fehlen wichtige Wachstumsimpulse für den Oberkiefer.
Da der Oberkiefer strukturell mit der Nase und den Nasennebenhöhlen verbunden ist, führt eine enge oder unterentwickelte Oberkieferbasis – häufig erkennbar an einem hochgewölbten („gothischen“) Gaumen – zu einer eingeschränkten Basis für Nase und Nasennebenhöhlen. Dies kann wiederum die Atmung und Nasenfunktion beeinträchtigen.
Die Bedeutung der Zungenruhelage
Die Zunge nimmt im physiologischen Zustand ihren Platz am Gaumen ein. Dort initiiert und stabilisiert sie die Breiten- und Längenentwicklung des Oberkiefers.
Liegt die Zunge dauerhaft tief im Mundraum, bleiben diese Wachstumsimpulse aus. Die Folge kann eine Unterentwicklung der Oberkieferbreite mit dentalem Engstand, frontal offenem Biss oder einer Unterkieferrücklage sein.
Funktionelle Fehlfunktionen wie eine chronische Mundatmung sowie eine frontal tiefe Zungenruhelage können die physiologische Entwicklung des kraniofazialen Systems nachhaltig beeinträchtigen. Infolge der veränderten muskulären Ruheweichteilbeziehung kommt es zu strukturellen Veränderungen, darunter eine Unterentwicklung der Oberkieferbreite mit hochgewölbtem Gaumen, dentalem Engstand, frontal offenem Biss sowie einer Unterkieferrücklage.
Mundatmung bei Kindern
Bei Klein- und Vorschulkindern kann eine chronische Mundatmung zu fehlendem Lippendruck, Sprachproblemen, Schluckstörungen und wiederkehrenden Infekten führen.
Die Nasenatmung sorgt hingegen für gereinigte, befeuchtete Luft, schützt die Atemwege und unterstützt eine gesunde Kieferentwicklung. Frühzeitige Beobachtung sowie gegebenenfalls myofunktionelle Therapie können helfen, die physiologische Atemweise zu fördern.
Mundatmung in der Wachstumsphase
Während der Wachstumsphase hat die Atemweise großen Einfluss auf Kiefer, Zähne und Gesichtsform. Fehlhaltungen, Unterkieferrücklagen und schmale Oberkiefer können sich durch persistierende Mundatmung verstärken.
Eine frühzeitige Förderung der Nasenatmung trägt dazu bei, Fehlstellungen zu reduzieren und langfristig stabile funktionelle Verhältnisse zu unterstützen.
Mundatmung im Erwachsenenalter
Auch im Erwachsenenalter kann Mundatmung mit funktionellen Beschwerden einhergehen. Dazu zählen Schlafprobleme, Schnarchen, trockene Mundschleimhäute, ein erhöhtes Infektrisiko sowie ein hypoton wirkendes Erscheinungsbild.
Durch gezielte myofunktionelle Übungen, Atemtraining und gegebenenfalls kieferorthopädische Maßnahmen lässt sich die Nasenatmung häufig verbessern. Dies kann sich positiv auf Funktion, Stabilität und Lebensqualität auswirken.
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Schlussfolgerung: Nasenatmung ist wichtig
Die richtige Atemweise – möglichst durch die Nase – ist in jedem Lebensalter von zentraler Bedeutung. Sie unterstützt nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern auch die funktionelle und ästhetische Entwicklung von Kiefer und Gesicht.
Frühzeitige Beobachtung, Aufklärung und gegebenenfalls therapeutische Maßnahmen können dazu beitragen, Fehlentwicklungen zu vermeiden und langfristig stabile Ergebnisse zu sichern.
SCHNELLTEST
Um zu wissen, auf was zu achten ist, um eine offene Mundatmung zu erkennen, haben wir einen Schnelltest auf unserer Webseite integriert. Einfach reinklicken - und schnell erfahren, ob Ihr Kind oder Sie von einer mykie® Behandlung profitieren könnten.
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Quelle:
- Dr. Andrea Freudenberg, Gründerin von mykie® - myofunktionelle Kieferorthopädie
- Limbrock JG, Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2011; 12 (4)