Kleines Mädchen mit vollem Mund

Warum einseitiges Kauen negativ ist

07. September 2026

“Schief ist Englisch - und Englisch ist modern.” - so hielt es Grafikdesigner Neville BrodyIn. Aber bei unserer eigenen Gesundheit gilt das Leider nicht. Fataler Fakt: In unserer von Symmetrie geprägter Welt, in der Gleichgewicht und Harmonie eine zentrale Rolle spielen, neigen wir dazu, die feinen, aber entscheidenden Aspekte unserer eigenen körperlichen Entwicklung zu übersehen! Das beste Beispiel kommt aus der Welt der Zähne & Kiefer: Die Kauseitenpräferenz – das Phänomen, bei dem Menschen eine Vorliebe für das Kauen auf einer bestimmten Seite ihres Kiefers haben. Wir erläutern kurz, was eine asymmetrische Gesichtsentwicklung fördert und worauf man bei Kindern achte sollte, damit das Wachstum möglichst gleichmäßig erfolgt.

Kauseitenpräferenz: Was hat das mit der Gesichtsentwicklung zu tun? 

Unser Kauorgan ist viel mehr als nur ein Werkzeug zum Zerkleinern von Nahrung. Es ist ein komplexes System aus Muskeln, Kiefergelenken und Zähnen, das nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktionell ausbalanciert sein sollte.  

Die Symmetrie im Kauvorgang spielt dabei eine entscheidende Rolle. Viele Patienten entwickeln schon im Milchgebiss einen Kreuzbiss. Ist der Oberkiefer nicht breit genug gewachsen, können die Kiefer nicht ineinander beißen. Damit sie weiterhin zubeißen können, schwenkt der Unterkiefer zu einer Seite, in der Regel der Lieblingskauseite. 

Patienten mit einem Kreuzbiss zeigen somit in der Regel eine bevorzugte Kauseite, nämlich diejenige, wo auch der Kreuzbiss zu sehen ist. Beim Zusammenbeißen verschieben sie ihren Unterkiefer stets in Richtung der Seite mit mehr Zahnkontakt, was das Kauen auf dieser Seite begünstigt. Auf dieser Seite entsteht in der Folge ein Kreuzbiss (in diesem Fall auch Zwangsbiss genannt). 

Dieses unsymmetrische Kauen mit ungleichmäßiger Belastung der Muskulatur und Kiefergelenke führt langfristig zu einem asymmetrischen Wachstum der Kiefergelenke und kann unbehandelt zu einer asymmetrischen Gesichtsentwicklung führen. KURZ: Der Patient wächst schief.  

 

Asymmetrische Gesichtsentwicklung
Beispiel der asymmetrischen Gesichtsentwicklung vor und nach der Behandlung | Quelle: mykie®NET Weinheim

 

Kreuzbiss
Patientin mit deutlichem Kreuzbiss und Korrektur nach der Behandlung | Quelle: mykie®NET Weinheim

 

Ein Mangel an Symmetrie kann somit nicht nur zu ästhetischen Problemen führen, sondern auch zu funktionellen Beeinträchtigungen, die sich auf die Gesundheit des gesamten Kauorgans auswirken.  

Die Symmetrie im Kauvorgang ist also von entscheidender Bedeutung, da sie sicherstellt, dass die Kiefergelenke gleichmäßig wachsen können. Ähnlich wie wir auf zwei Beinen laufen, sollten auch unsere Kiefergelenke in einer ausgewogenen Bewegung arbeiten. Neben harmonisch wachsenden Kiefergelenken, beeinflusst ein ausgewogener Kauvorgang auch das Muskelgleichgewicht im Gesicht. Eine ungleichmäßige Belastung der Kaumuskulatur kann zu Verspannungen, Schmerzen und einer Beeinträchtigten Kieferstabilität führen. 

Darüber hinaus steht der Kauvorgang in enger Verbindung zur Körperhaltung. Zum einen erfordert richtiges Kauen eine korrekte Haltung, bei der die Füße fest auf dem Boden abgestützt sind. Zum anderen können Asymmetrien im Kauverhalten Einfluss auf die Kopfhaltung und die Wirbelsäule haben. Ein harmonischer Kauvorgang trägt somit dazu bei, eine aufrechte, symmetrische Körperhaltung zu fördern.  

Einfluss des Kauens auf den gesamten Körper 

Eine frühzeitige Erkennung von Kauseitenpräferenzen und deren Behandlung kann dazu beitragen, potenzielle Probleme in der Gesichtsentwicklung zu verhindern und die langfristige Gesundheit zu fördern. 

Asymmetrische Körperentwicklung
Quelle: mykie®AKADEMIE

 

FRAGEN? FRAGEN!

Kind beisst Möhre ab
Dr. Julia Glöggler: & Patient: Der Kautest

Kaut mein Kind richtig? Wie kauen ich eigentlich? 

Wenn Sie Fragen zum korrekten Kauen haben, melden Sie sich gerne bei Ihren Experten für Form und Funktion in Reutlingen: Smile and More mit dem mykie® NET Reutlingen von Dr. Thomas Riedmann und Dr. Julia Glöggler schaut gerne auf Ihre Kiefer und das Kauverhalten. Und: bringen Sie gerne ein Möhre zum Kennenlernen mit!

Buchen Sie dafür gerne hier online Ihren Beratungstermin.

 

Quelle: