Kleines Kind mit Taschtuch: Polypen verursachen Nasenverstopfung

Polypen, die unsichtbaren Entwicklungsstörer

31. Juli 2026

Mundatmung kann die Entstehung von Polypen begünstigen - mit weitreichenden Folgen. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, ob ihr Kind Polypen haben könnte? Jetzt denken Sie sicher, wie sollte mir so etwas auffallen? Schauen Sie sich mal die Atmung Ihres Kindes an. Atmet es häufig mit offenem Mund? Schauen Sie gerne einmal genau hin: Beim Fernsehgucken, beim Spielen oder Buch lesen - und natürlich auch nachts.

Wissenschaftlicher Fakt: Mundatmung kann die Entstehung von Polypen begünstigen und sollte daher immer auch deswegen behandelt werden.  

Was ist ein Polyp?  

Ein Polyp ist mit dem bloßen Auge zu erkennen. Es handelt sich dabei um weiche, schmerzlose Wucherungen der Schleimhaut, die auch in der Nase und den Nasennebenhöhlen vorkommen können.  

Die Nasenpolypen stellen die wichtigste Art der Polypen für Kieferorthopäden sowie Zahnärzte da. Sie entstehen als tränenförmiges Gewächs im Bereich der Nasennebenhöhlen-Eingänge. Wichtig zu erwähnen ist, dass Nasenpolypen nicht wie Darmpolypen ein erhöhtes Krebsrisiko darstellen. Sie bilden sich meistens im Zusammenhang mit einer Infektion oder treten häufig bei Allergikern oder Asthmatikern auf. 

Auch durch ein falsches Atemmuster, wie die Mundatmung, kann die Polypen-Entstehung begünstigt werden. Die Polypen können sich nach Abklingen der Entzündung, einem neuen Atemmuster oder durch entsprechende Behandlung zurückbilden oder auch bestehen bleiben. Auch können Fremdkörper das Entstehen begünstigen. Die Ursachen für Polypen sind noch nicht eindeutig geklärt. Jedoch besteht ein Zusammenhang mit chronischen Entzündungen der Atemwege und einer Mundatmung. 

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Welche Symptome können bei Polypen auftreten?  

  • Häufiges Niesen  
  • Nasenverstopfung und erschwertes Atmen  
  • Abfluss von Flüssigkeit in den Rachen  
  • Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen  
  • Exzessiver Nasenausfluss  
  • Beeinträchtigter Geruchssinn  
  • Juckreiz um die Augen  
  • Häufige Infektionen der Nasennebenhöhlen  

 

Wie werden Polypen behandelt?  

Zum einen kann die Therapie medikamentös mit Hilfe von Kortison erfolgen, zum anderen kann eine chirurgische Therapie notwendig sein. Dabei werden die vorhandenen Polypen komplett entfernt. Ein weiterer wichtiger Behandlungsschritt ist, das falsche Atemmuster umzustellen, um den Rückgang der Polypen zu fördern. Von Mundatmung sollte also unbedingt auf eine Nasenatmung umgestellt werden. Diese Umstellung kann durch verschiedene Maßnahmen erfolgen. Speziell entwickelte Trainings können bei der Umstellung unterstützen. 

Ebenfalls ist es wichtig, auf eine gute Reinigung der Nase zu achten und diese regelmäßig zu putzen. Kostenloses und informatives Videomaterial inkl. kurzweiliger Online-Trainings gibt es auf https://mykie-trainings.de/ 

Was hat der Kieferorthopäde mit Polypen zu tun?

Warum interessiert Dich meine Nase, wenn Du doch der Arzt für gerade Zähne bist?”, hat ein junger Patient letztens Dr. Riedmann gefragt. Eine berechtigte Frage - und so clever, der Kleine! Die Antwort ist etwas umfangreicher als seine Frage, denn Nasenpolypen können die Nasenatmung beeinträchtigen und dadurch ein falsches Atemmuster auslösen. Patienten fangen an, eher durch den Mund zu atmen. Dadurch kommt es zu Fehlentwicklungen der Kiefer - in jungen Jahren.

Grafik, die zeigt, dass durch den offenen Mund die Luft reinströmt, wenn die Zunge nicht am Gaumen liegt
MUND-ATMUNG: schlecht (Zunge unten, Lippen offen)
Grafik, die zeigt, dass durch die Lage der Zunge am Gaumen, der Mund geschlossen ist und Nasenatmung möglich ist
NASEN-ATMUNG: richtig (Zunge am Gaumen, Lippen geschlossen)

 

Die Zunge nimmt nicht ihre richtige Position am Gaumen ein und der Wachstumsimpuls durch den Zungenmuskel und durch den Atemfluss durch die Nase ist nicht gegeben. Daraus resultiert ein zu schmaler Oberkiefer und eine zu schmale Nasenbasis (ist ja die Oberseite des Oberkiefers), der nicht genügend Platz für alle bleibenden Zähne bietet und einen optimalen Biss verhindert. Auch ein offener Biss kann durch diese Problematik entstehen. Zur Veranschaulichung habe ich ihm unsere Lieblingsgrafik gezeigt: “Wo sollte die Zunge schlafen, wenn der Mund zu ist?” Er hat richtig geantwortet: “Na, oben! Und die Lippen müssen zu sein - sieht man doch!”.

Daher ist es wichtig, ein korrektes Atemmuster zu fördern, durch eine freie Nase zu atmen ist die entscheidende Voraussetzung. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen HNO-Ärzten und Kieferorthopäden von großer Bedeutung, um die beste Vorgehensweise festzulegen. 

Und sind die Polypen einmal weg, ist der Weg frei: Für gesunde Nasenatmung, korrektes Kieferwachstum und den gelungenen Doppelpass von Logopädie und Kieferorthopädie für eine nachhaltige, korrekte Atmung und gleichzeitig gerade Zähne.

 

FRAGEN? FRAGEN!

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Polypen vorliegen oder Sie sich Sorgen machen, wegen einer möglichen habituellen Mundatmung, melden Sie sich gerne bei Ihren Experten für Form und Funktion: Smile and More mit dem mykie® NET Reutlingen von Dr. Thomas Riedmann und Dr. Julia Glöggler. Wir sind gerne für Sie da. Buchen Sie auf auf digitalem Weg einfach hier online einen Beratungstermin.

 

 

 

Quellen:

  1. Dr. Andrea Freudenberg, Gründerin von mykie® - myfunktionelle Kieferorthopädie
  2. Gesundheitsportal: medondo.health