5jähriges Mädchen strahlt mit dicken Bäckchen

Lateraler Kreuzbiss: Wenn es irgendwie nicht richtig passt

04. Oktober 2026

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was eigentlich einen „richtigen“ Biss ausmacht? Wie sieht der aus? Welche Folgen hat dieser auf das allgemeine Wohlbefinden? Wie sollten Ober- und Unterkiefer idealerweise zueinander stehen – und woran erkennt man, wenn etwas nicht stimmt? Ein harmonischer Biss ist nicht nur wichtig für schöne Zähne, sondern auch für eine gesunde Kieferentwicklung. In diesem Beitrag erklären wir, was ein lateraler Kreuzbiss ist, wie er entsteht, woran Sie ihn erkennen können und warum eine frühzeitige Behandlung besonders bei Kindern so wichtig ist.

“Ich hab' die Zähne schön” - Wie sieht ein gesunder Biss aus? 

Neben der Optik, schaut ein Kieferorthopäde genauer hin: Auf Bild 1 sieht man ein perfekt verzahntes Gebiss, d.h. der Oberkiefer beißt über den Unterkiefer und die Mitten der Kiefer zueinander ergeben eine Linie.  

Bild 1: Perfekt verzahntes Gebiss | Quelle: Dr. Andrea Freudenberg (mykie®AKADEMIE)
Bild 2: Kreuzbiss| Quelle: Dr. Andrea Freudenberg  (mykie®AKADEMIE)

 

Woran erkennt man einen lateralen Kreuzbiss?

Jetzt ist Ihre Vorstellungskraft gefragt: Also, stellen wir uns vor, wir schauen in einen Mund und es sieht so aus wie auf Bild 2. Hier stimmt doch etwas nicht, oder? Bei der genaueren Betrachtung fällt auf, dass der Oberkiefer auf der linken Seite des Patienten zu schmal ist und nicht über den Unterkiefer beißen kann. 

Dadurch stehen die unteren Zähne auf der Seite weiter außen als die oberen Zähne. Der Unterkiefer ist zu einer Seite verschoben. Einen solchen Biss nennen wir Kieferorthopäden “Kreuzbiss”, da sich ab einem bestimmten Zahn – hier der Eckzahn – die Seiten kreuzen. Zusätzlich ist die sogenannte “Mittellinie” zur Seite des Kreuzbisses verschoben (grüne Striche). 

WIE ENTSTEHT EIN ZWANGSBISS?

Warum bei einem Kreuzbiss häufig auch ein “Zwangsbiss” vorliegt, können Sie bei Ihrem Kind eventuell selbst gut beobachten. Lassen Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter einmal langsam zubeißen. Vielleicht sehen Sie, dass die meisten Kinder zuerst gerade schließen und erst am Ende der Schliessbewegung der Unterkiefer zu einer Seite schwenkt, eben zur Seite des Kreuzbisses. Gerade zuzubeißen ist in diesesn Fällen gar nicht möglich, weil der Oberkiefer zu schmal gewachsen ist. Um trotz des Platzmangels einen Bissschluss zu ermöglichen, ist der Unterkiefer „gezwungen“, seitlich auszuschwenken. Daher heißt der Biss auch Zwangsbiss. 

Wie entsteht ein Kreuzbiss?

Eine der häufigsten Fragen, die Patienteneltern uns Kieferorthopäden stellen lautet "Wie entsteht denn so ein Kreuzbiss überhaupt"?". Nun, häufig hat es mit einer mangelnden Kaubelastung zu tun. Die Kiefer entwickeln sich nicht optimal und der Oberkiefer wächst dadurch zu schmal. Auch kauen diese Kinder meistens nur auf einer Seite, es gibt also eine klassische “Lieblingskauseite”. 

Fun Fact: Betrachten wir uns selbst, kann es auch sein, dass man meistens auf derselben Seite anfängt zu kauen, in der Folge aber gleichmäßig verteilt kaut. Das machen Kinder mit einem Kreuzbiss nicht.

WELCHE ROLLE SPIELEN KAUEN UND ZUNGENLAGE?

Um das zu verbessern, gibt es z.B. Trainings-Videos, welche das richtige Kauen erläutern. Auch die falsche Lage der Zunge kann einen Kreuzbiss begünstigen, da die Zunge der Wachstumsmotor für unseren Oberkiefer ist und die Zunge in Ruhe immer am Oberkiefer liegen sollte.

Grafik, die zeigt, dass durch die Lage der Zunge am Gaumen, der Mund geschlossen ist und Nasenatmung möglich ist
Korrekte Zungenruhelage: Am Gaumen, die Nasenatmung ist problemlos möglich | Quelle: mykie®AKADEMIE

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Kreuzbiss?

Ein Kreuzbiss kann auf verschiedene Arten behandelt werden. Wichtig ist dabei, den Biss des Kindes “zu sperren”, damit die Zähne sich aneinander vorbei bewegen können. Der Biss sollte so weit gesperrt werden, damit das Kind nicht in den Zwangsbiss rutscht. Dabei können herausnehmbare Spangen helfen. Auch sollte der Oberkiefer in seiner Breite vergrößert werden. Dazu gibt es festsitzende oder herausnehmbare Apparaturen. Unterstützend sind das Training der richten Zungenruhlage und das beidseitige Kauen als wichtige Komponenten zu nennen.

Smile & More-TOP-TIPP: Falls Sie bei Ihrem Kind einen Kreuzbiss erkennen können oder bemerken, dass Ihr Kind vermehrt nur auf einer Seite kaut, sollten Sie beim Kieferorthopäden vorstellig werden. Hier kann ein potentieller Kreuzbiss erkannt und behandelt werden. Für einen gesunden Biss und gegen ein asymmetrisches Wachstum.  

Kind beisst Möhre ab
“Möhrchen-Check” bei Kieferorthopädin Dr. Julia Glöggler / smile & more

Sofern Sie in der Umgebung von Reutlingen wohnen: Buchen Sie gerne einen Erstberatungstermin bei uns ONLINE. Und bringen Sie gerne eine schöne, knackige Möhre mit. Wir verraten vor Ort, was es damit auf sich hat!

 

Quellen:

  • Dr. med. dent. Andrea Freudenberg, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie, Gründerin des Therapieprinzips mykie®
  • Gesundheitsportal: medondo.health